Buddha

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Buddha-Statue, Gandhara (heutiges Afghanistan)

 

Das Wort "Buddha" bedeutet "der Erleuchtete", "der Erwachte", d.h. "einer, der die Wahrheit kennt" und deshalb nicht mehr getäuscht werden kann. Vor 2500 Jahren wurde Siddattha Gotama, der spätere Buddha, in Nordindien, dem heutigen nepalesischen Lumbini geboren.

Er stammte aus dem Fürstenhaus der Sakyas und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen innerhalb der Kriegerkaste auf. Siddattha erhielt eine umfassende Ausbildung seinem Stand und seiner Kaste entsprechend und entwickelte sich zu einer herausragenden Persönlichkeit. Bereits bei seiner Geburt hatten einige Priester prophezeit, dass er entweder in weltlicher oder in spiritueller Hinsicht Bedeutendes vollbringen werde. Sein Vater war sehr darauf bedacht, ihn ganz auf eine weltliche Laufbahn hin zu erziehen, abgeschirmt von allen Einflüssen, die sein spirituelles Interesse wecken könnten.

Er erkannte jedoch, dass weder sein allgemeines weltliches Wissen und Können, noch sein Reichtum und gesellschaftlicher Einfluss bei der Bewältigung der alle Menschen betreffenden Leiden (Dukkha), letztendlich helfen würden - die Begegnung mit einem in Meditation ruhenden Mönch ließ in ihm schließlich endgültig den Entschluss reifen, sein weltliches Leben hinter sich zu lassen. Siddattha entschied sich für den Weg nach Innen, betroffen vom Leiden der Menschen, hervorgerufen durch die natürlichen, unausweichlichen Gegebenheiten des Lebens wie Krankheit, Alter, Tod, aber auch durch unnötigen Hass, Gier, Neid und Verblendung. So gab er sein bequemes und glückliches Leben auf, um durch strebsames, spirituelles Suchen einen Ausweg aus dem Leiden zu finden und seine inneren Fähigkeiten zu entwickeln.

Siddattha verließ im Alter von 29 Jahren seine Familie und beschloss, nach den größten spirituellen Lehrern seiner Zeit zu suchen. Als erstes wandte er sich an Meister Alara Kalama. Gotama wurde sein Schüler und folgte seinen Instruktionen mit Hingabe. Schon bald erreichte er in der Meditation auch das Stadium, das sein Meister verwirklich hatte. Wenn er in solcher Meditation weilte, erfuhr er große Freude und Zufriedenheit, aber sobald er nach der Meditation wieder zum gewöhnlichen Bewusstsein zurückkehrte, musste er zu seiner großen Enttäuschung feststellen, dass die Probleme von Krankheit, Alter und Tod geblieben waren. Er bat Alara Kalama darum, ihm mehr beizubringen, aber der alte Weise hatte nichts weiter anzubieten. Da er aber sah, dass Gotama ein außergewöhnlicher Studierender war, bot Alara Kalama ihm an, die Schule gemeinsam zu leiten und so das Ansehen als einer der größten Meister seiner Zeit zu teilen. Gotama allerdings wollte sich trotz seines großen Respekts und seiner Dankbarkeit gegenüber seinem Lehrer damit nicht in Ruhe zurücklehnen, ohne die großen Herausforderungen von Krankheit, Alter und Tod gemeistert zu haben, die ihn schließlich zu seiner Suche veranlasst hatten. Also verabschiedete sich Gotama von Alara Kalama.
Es gab nur noch einen Meister, der so große Reputation genoss wie Alara Kalama. Sein Name war Uddaka Ramaputta und er lehrte eine weitergehende Form der meditativen Vertiefung. Gotama suchte ihn auf und bat ihn, ihm alles zu lehren, was er wisse. Und wieder studierte und meditierte er mit höchster Hingabe und Ernsthaftigkeit und erreichte so auch dieses Ziel, doch abermals war er nicht zufrieden. Solange er sich in den Vertiefungen der Meditation befand, hatten die Probleme von Alter, Krankheit und Tod keine Bedeutung für ihn, doch sowie die Meditation beendet war, wurde offensichtlich, dass sich ihm der Sinn des Lebens keineswegs erschlossen hatte. Ähnlich wie Alara Kalama erkannte auch Uddaka Ramaputta die außergewöhnlichen spirituellen Fähigkeiten seine Schülers, und er bot ihm sogar die alleinige Leitung seiner Schule an. Doch Gotama sah natürlich, dass dies eine Sackgasse für seine eigene Entwicklung war und entschloss sich weiterzuziehen.

Daraufhin übte er sich zunächst in dem Extrem der körperlichen Selbstkasteiung. Bald erkannte er jedoch, dass ihn auch diese extreme Lebensform – ebenso wenig wie der sinnliche Überfluss an Vergnügungen, den er in seinem Elternhaus erfahren hatte – nicht zu seinem Ziel führen würde. Er entschloss sich daher für einen Weg der Mitte (der Mittlere Weg: majjhima patipada) und wurde kraft seiner Meditation fähig, das dem Menschen eigene spirituelle Potential voll zu entfalten. Er fand in der Meditation den Weg zu ausgeglichener, einsichtsvoller und meditativer Reflexion, die einen Ausweg aus der leidvollen Existenz bietet; er war ein "Erleuchteter", ein "Buddha" geworden - er verwirklichte das Nibbana (skrt.: Nirvana). Alle leidbringenden Gefühle und Verhaltensweisen, sowie seine Unwissenheit bzgl. dieser Prozesse, hatte er völlig überwunden und die dem Geist innewohnenden Qualitäten wie Karuna (Mitgefühl), Metta (liebende Güte), Mudita (tiefe Freude, auch über das Glück anderer), Upekkha (Gleichmut) vollständig entwickelt.

Die Verwirklichung, die der Buddha erlangte, ist nicht an bestimmte Menschen oder Kulturen gebunden. Der Buddha war ein Mensch, hat als Mensch gelebt und unterlag denselben Naturgesetzen wie jeder andere. Er war kein Gott oder Halbgott. Durch sein Beispiel und das seiner verwirklichten Schüler und Schülerinnen zeigte er jedoch, dass jeder, unabhängig von Geschlecht, Alter und sozialem Umfeld das Potential zur vollkommenen Verwirklichung und Befreiung besitzt und dieses durch entsprechendes Geistestraining auch tatsächlich entfalten kann.

Etwa zwei Monate nach seiner Erleuchtung begann Buddha Sakyamuni (der "Weise aus dem Stamme der Sakyas", wie man ihn auch zu dieser Zeit nannte) mit seiner ca. 45jährigen Lehrtätigkeit, die er bis an sein Lebensende fortsetzte. Sein Wirken fiel in die Blütezeit der indischen Kultur – auf religiösem wie auf philosophischem Gebiet. Diese lange Lehrtätigkeit in einer geistig hoch entwickelten Gesellschaft erklärt die Fülle seiner Aussagen, die uns noch heute in Form der Sammlungen des sog. Pali-Kanons zugänglich sind. Seine dort erhaltenen Lehrreden geben Auskunft sowohl zu praktischen, lebensbezogenen Fragen, als auch zu geisteswissenschaftlichen, philosophischen Themen.

Was immer der Buddha lehrte – er lehrte es aus eigener Erfahrung und als lebendige Wissensvermittlung. Auch gab er seinen Schülern und Schülerinnen immer wieder den Rat, die Lehren zu überprüfen und auch selbst seinen Aussagen nicht blind zu vertrauen. Im Kalama Sutta erklärte er:

„Lasst euch nicht durch Überlieferungen und Hörensagen leiten, auch nicht durch religiöse Texte oder den Gedanken: ‚Wir haben Achtung vor unserem Lehrer’. Wenn ihr durch eigene Erfahrung wisst, dass gewisse Dinge unheilsam sind, dann gebt sie auf....wenn ihr durch eigene Erfahrung wisst, dass gewisse Dinge heilsam sind, dann nehmt sie an.“ (Anguttara Nikaya I).

Er lehrte nicht, um eine von ihm abhängige Schülerschaft zu bekommen, sondern um den Menschen ihre innere Freiheit und ihre uneingeschränkten Möglichkeiten bewusst zu machen. Auch die Anhaftung an einen Lehrer oder dessen Lehre führt letztendlich zu leidhaften Erfahrungen, Konflikten mit Andersgläubigen bis hin zu Kriegen.

Der Buddhismus verbreitete sich über ganz Asien, in den letzten Jahrzehnten nun auch im westlichen Kulturraum und ist heute in zahlreichen Ländern Staatsreligion. Aus seinem Ursprungsland Indien ist er heute jedoch fast ganz verschwunden, wenngleich er dort nahezu tausend Jahre lang beheimatet war..

Das Lehrgebäude des Buddhismus ruht auf drei Grundpfeilern: Buddha, Dhamma, Sangha. Sie werden die "drei Kostbarkeiten" oder auch "drei Juwele" genannt, denn es ist selten und wertvoll zugleich in dieser Welt

  • einen weisen Lehrer wie den Buddha zu treffen,
  • eine Lehre - das Dhamma - zu finden, die sich nach Erkenntnis und Frieden ausrichtet, sowie logisch nachvollziehbar ist, und
  • eine Klostergemeinschaft - die Sangha -, die ihr Leben voll der praktischen Übung widmet. So trachten die Mönche und Nonnen danach, die Lehren vorbildlich zu verwirklichen und an interessierte Personen im "weltlichen Leben" weiterzugeben, auf dass alle Menschen mit sich und ihrer Umwelt in Frieden leben können.

Von den heute noch erhaltenen Schulen des Buddhismus, ist der Theravada ("die Schule der Älteren") die ursprünglichste - diese Traditionslinie ist vermutlich die älteste, kontinuierlich exitierende Institution der Menschheit. Der Buddhismus ist überkonfessionell. Er ist keine metayphysische und keine mythologische Lehre, erhebt keinen Absolutheitsanspruch und kennt keine Glaubensdogmen.


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